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Dagys Reisebilder



Island

Nord und Süd
Juni / Juli 2017

Tröllaskagi

Ólafsfjörður
Siglufjörður



Tröllaskagi

 


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Infos und Links

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Jeden Abend blicken wir von unserem Ferienhaus aus hinüber zur Halbinsel Tröllaskagi, die zwischen dem Eyjafjörður und dem Skagafjörður liegt. Jeden Morgen forschen wir im Wetterbericht nach angenehmen Bedingungen für eine Umrundung.

An einem weniger windigen Tag, der etwas Sonnenschein verspricht und regenlos bleiben soll, brechen wir auf.

Das erste Ziel liegt noch nicht an der Küste. Auf der Straße 513 kommen wir zu einem historischen Hof und Geburtsort des Schriftstellers Nonni.

Möðruvellir
1296 bis 1550 stand hier ein Augustinerkloster. Später war Möðruvellir Amtsmannsitz, danach höhere Schule. Heute ist hier ein landwirtschaftliches Forschungsinstitut. Die eindrucksvolle Bauernkirche mit 250 Sitzplätzen zeugt noch von der einstigen großen Bedeutung. Sie wurde 1865, nach dem Brand einer älteren gebaut.
Kirche
Innenraum Kirche Innenraum Kirche

Foto
Zurück auf der Straße 82 folgt dann auch prompt die Stichstraße hinunter nach Hjalteyri.

Eine verlassene Heringsfabrik dominiert den Ort. Aber auch bunte Häuser und ein Strand.



Die 1966 aufgegebene Fabrik war einst die größte in Europa. Ich mag die Stimmung zwischen den alten Industrieanlagen im Zusammenspiel mit Licht, Wolken und schneebedeckten Bergen. Auf einem Trockengestell werden Fischköpfe getrocknet. In den Sommermonaten werden auch Konzerte und Ausstellungen dargeboten.

Besonders interessant dürfte Hjalteyri für Sporttaucher sein. Das Strytan-Tauchcenter betreibt in Hjalteyri eine Basis. Auf Nachfrage erfahre ich, dass man im Eyjafjörður die Welt des wunderbaren Unterwasservulkanismus hautnah erleben kann, nur wenige Bootsminuten entfernt. Vor der Basis steht ein Hot Pot für ein heißes Bad nach dem Tauchgang. http://www.strytan.is/

Auch Whale-watching und Meeresangeln werden in Hjalteyri angeboten.
verlassene Heriingsfabrik Hjalteyri
verlassene Heriingsfabrik in Hjalteyri verlassene Heriingsfabrik in Hjalteyri
Leuchtturm
Trockengestell
Hjalteyri
Es bleibt bei einen Schlenker mit dem Auto durch Hauganes, das durch Lebensmittelindustrie (Salzfisch) und Wahlbeobachtungstouren bekannt ist. Ein nettes Fischrestaurant sieht sehr einladend aus, aber für uns ist es doch noch etwas zu früh.
Auch Dalvik lassen wir links liegen. Die Täler von Dalvik, umgeben von bis zu 1400 m hohen Basaltbergketten, laden zum Wandern ein. Eine Option, die wir uns offen halten.

Picknickplaz
Die Straße wird bald darauf steiler und steiniger. Sie schlängelt sich zwischen den Bergen und dem Fjordufer entlang. Wir halten erst wieder an einem Picknickplatz beim Wasserfall Migandi, der von hoch oben über die Klippen ins Meer hinabfällt.

Der Blick schweift bis zur Vogelinsel Hrísey, auch die Perle des Eyjafjörður genannt und möglicherweise namens-gebend (Inselfjord).
Migani Wasserfall
Blick übr den Eyjafjörður
Gleich danach fahren wir auch schon durch den 3,5 km langen einspurigen Tunnel Múlagöng, der den Eyjafjörður mit dem Städtchen Ólafsfjörður verbindet.

Ólafsfjörður

Malerisch gebettet liegt das kleine Fischerdorf zwischen schroffen Bergrücken und dem gleichnamigen Fjord. Wie eine Lagune wirkt der südlich gelegene Angelsee, der durch einen Fluss mit dem Fjord verbunden ist. Angler können hier Süß- sowie Salzwasserfische aus dem Wasser ziehen. Wanderungen in die Umgebung und auch Ski-Touren (bis weit ins Frühjahr) sind hier möglich.

Uns lädt der Ort zu einem Sparziergang oberhalb der Stadt ein, nachdem wir natürlich auch am Hafen und bei der Kirche waren.
Ólafsfjörður
Am Hafen
Kirche
Ólafsfjörður
Ólafsfjörður


Wir müssen nun entscheiden welchen Weg wir für die Weiterfahrt nach Siglufjörður wählen. Durch den Tunnel oder über die Passstraße. Bevor die drei Tunnel gebaut wurden, war der Weg über die Hochtäler die einzige Verbindung nach Ólafsfjörður und Siglufjörður. Vor allem im Winter waren die Orte oft völlig abgeschnitten von der restlichen Welt und allenfalls mit Booten erreichbar.

Wir haben keine Eile und so fahren wir über den Bergpass Lágheiði.
Steil und steinig geht es nach einiger Zeit hoch zur Passhöhe, wo auch eine Schutzhütte steht. Ab hier geht es mit 14% Gefälle hinab in ein saftiges grünes Tal. An leuchtenden Bergen und einem Fluss entlang kommen wir zu dem See Stíflavatn. Am Ende der Straße erreichen wir den Miklavatn einen Lachs- und Forellensee, der durch eine Landzunge vom Meer getrennt ist.
Passstraße 82
Passstraße 82
Passstraße 82
Passstraße 82
Passstraße 82
Am See
Stíflavatn

an der Passstraße 82
Miklavatn
Miklavatn
Lagune und Fjord
Wir wenden uns nun nach Norden. Bis Siglufjörður sind es nur 25 km.
Mein T.-Bär entdeckt natürlich den Bergpass "Siglufjarðarskarð", auch beliebt bei Wanderern. Die ehemalige Postroute für Pferde ist aber noch gesperrt. Es ist halt noch nicht Sommer. Schade eigentlich, wie ich bei meiner Nachrecherche feststelle. Die Fahrt hätte mir gefallen.

LeuchtturmWir bleiben also auf der Küstenstraße 82. Vorbei an schroffen Berghängen
passieren wir den Leuchtturm bei Sauðanes, wo die Straße in einem 7 km langen Tunnel verschwindet, der erst seit 1967 den Bewohnern den beschwerlichen Pass erspart.

Einen ersten Blick auf den so einsam am Fjord gelegenen Ort erhalten wir an einem Picknickplatz.
Blick auf Siglufjörður
Siglufjörður

Vom kleinen Fischerdorf zum Städtchen.
Waren es 1901 nur 150 Menschen die hier lebten, so ernährte der Hering 1950 zu seiner Blütezeit 1950 bereits 3000 Männer und Frauen. Sieben Fischfabriken wurden gebaut. Der Fischreichtum war enorm. 1969 war dann alles vorbei. Der Hering verschwand wegen Überfischung. Heute setzt der Ort auf Garnelen und Tourismus, u. a. Angeltourismus.

Siglufjörður ist ein hübscher Ort, wie ich finde. Die alten geschichtsträchtigen Häuser um den Hafen herum wurden restauriert und bunt angemalt. Man sieht alte und neue Boote, aber auch ein neues Hotel.

Fotos vom Ortinneren habe ich kaum gemacht. Es ist schwierig, denn überall parken Autos. Trotzdem ein beschaulicher Ort. Auch das kleine nachgebaute Fischerhaus mit Grasdach ist auf meinen Bildern kaum zu erkennen. Es steht an der Straße Aðalgata.
Hafen
Siglufjörður Hafen
Siglufjörður
Altes Boot am Fjord
Heringsmuseum
Obwohl als sehr sehenswert beschrieben, verzichten wir auf den Besuch des Heringsmuseums. Mittlerweile hängt der Magen durch. Hunger!!!
altes Fischerboot zwischen bunten Häusern
Kirche
Die Kirche von 1932 zeugt mit ihrer Größe und
400 Sitzplätzen bereits vom Aufschwung des
Dorfes.

Das Altarbild zeigt ein Ruderboot im Sturm. Kirche
HafenblickMit Blick auf den Hafen nehmen wir vor dem Kaffi Rauðka Platz. Die Fischsuppe ist leider alle. Als Raucherin hätte ich gerne einen Aschen-becher und bekomme die Antwort "Rauchen wäre nicht erwünscht". Draußen! In Anbetracht dessen mögen wir auch nichts von den teuren belegten Broten bestellen.
Meine Zigarette rauche ich noch zu ende, dann ziehen wir mit dem Stummel in der Tasche von dannen.
Als privates Unternehmen investiert Rauðka aber viel in Renovierung der alten Häuser und trägt somit viel zu der Attraktivität von Siglufjörður bei.

In ein kleines verstecktes Fischrestaurant, das wir tatsächlich finden, kehren wir ebenfalls nicht ein aus anderen Gründen. Dafür erhalte ich aber noch ein wunderschönes Abschiedsfoto von einem alten Fischkutter, den wir sonst vielleicht nicht gesehen hätten.
Fischkutter
aus Holz geschnitzte Figuren
Denkmal







Ein Denkmal für
ertrunkene Seeleute
Bevor wir die nördlichste Stadt Islands verlassen, bekommen wir doch noch etwas Warmes in den Bauch. Auf dem Weg zum Auto holen wir uns Fish & Chips. Gesättigt kann es nun weiter gehen.

Silbern glitzert das Wasser des Skagafjörður, aus dem sich drei Inseln erheben. Am anderen Ufer auf Skagi (Halbinsel) regnet es. Wir hier auf der Trollhalbinsel werden von den schwarzen Wolken den Elfen dank noch verschont.
Blick zum Fjord

LandschaftKurz hinter Hofsós finden wir dieses Kleinod in einem grünen Tal vor der Kulisse schneebedeckter Berge.
Grafarkirkja

Ein Kirchlein, wie in alten Zeiten mit einer Rasenmauer umgeben. Einzigartig in Island. Es heißt, es wäre die älteste Grassodenkirche, und mir scheint auch die kleinste im Land zu sein. Einer der Bischöfe von Hólar soll sie errichtet haben. Die kunstvollen Holzarbeiten stammen von einem bekannten Holzschnitzer aus dem 17. Jahrhundert. Viel mitgemacht hat sie seit der Erbauung 1657 bis 1684. Erst Entweihung, dann 200 Jahre lang Abstellkammer, bis sie 1950 von Nationalmuseum Island für Reparatur und Restauration übernommen wurde.

Leider ist die Kapelle verschlossen, ein Blick hinein uns daher verwehrt.

Aber es ist wunderschön hier, einsam und ruhig.
winzige Grassodenkirche
WetterfahneAuf der kunstvoll geschnitzten Wetterfahne findet sich ein Rotschenkel ein, als wolle er uns auf die schön gefertigten Symbole hinweisen.
Wahrscheinlich war es mal eine vierstellige Jahreszahl
16 - -.
Blick von der Kapelle

Nach Hofsós mögen wir nicht mehr zurück fahren, denn wir wollen noch

Hólar
,
einem ehemaligen reichen Bischofsitz. Dafür hat es den kleinsten Dom, 1763 aus rotem Sandstein gebaut, und somit auch die älteste Steinkirche des Landes. Der Turm wurde 1950 errichtet zum Gedenken an den letzten katholischen Bischof von Hólar, Jón Arason, der als Widerstandskämpfer gegen die Reformation und für die politische Unabhängigkeit Islands von Dänemark gilt und 1550 in Skaltholt enthauptet wurde.

Eben dieser Jón Arason gründete in Hólar auch die erste Druckerei in Island. Das Breviarum Holense (Gebetbuch von Hólar) war das erste gedruckte Buch Islands, es hat sich jedoch kein Exemplar erhalten.
Ausgestellt in der Domkirche von Holar ist aber ein Exemplar der Bibel in isländischer Sprache aus dem Jahr 1584. Aus der Druckerei, die der Bischof Guðbrandur Þorláksson (1571-1627) betrieb.

Das Bistum wurde bereits 1106 gegründet. Bis 1801 residierten hier 36 Bischöfe. 7 Holzkirchen waren Vorgänger der heutigen Steinkirche. Von Anfang an befanden sich hier schulische Einrichtungen. Heute befindet sich in Hólar eine landwirtschaftlich und touristisch orientierte Hochschule (Hólaskóla - Háskólann á Hólum).

Leider sind wir zu spät dran, um einen Blick in die Domkirche zu werfen. Bei einem einstündigen Sparziergang kann der Besucher 14 bedeutende historische Plätze abklappern. Wir beide laufen getrennt herum. Die Broschüre, die man in der Info bekommen kann, wäre vielleicht ganz hilfreich gewesen.

Foto

Auf dem Foto oben sieht man die kleine Domkirche, den Turm und die Hólaskóla (Hochschule), die ihren Betrieb erst Ende des Sommers wieder aufnimmt, wenn die Touristenströme abklingen. Dank der späten Stunde haben wir das Vergnügen, hier alleine herum zu spazieren.

Domkirche mit Friedhof  und Turm
Torfgehöft



Torfgehöft aus dem
Jahr 1874
Holzhaus
Replik der Auðunarstofa.

Ein solches Holzhaus wurde um 1315 erbaut und diente 500 Jahre den Bischöfen als Arbeitsstube.
Detailaufnahme
Taufbecken

Ich glaube,
das ist ein Taufbecken.

(siehe auch unten)
Foto Taufstein
Eigentlich wollten wir noch auf einen Hügel namens Geitaberg steigen, irgendwo im Mündungsgebietet des Gletscherstromes Héraðsvötn zwischen seinen beiden Armen an der Straße 764. Der Ausblick über den gesamten Fjord, den schwarzen Strand und 11 Kirchen wäre es uns wert gewesen, wenn wir nicht so müde wären.

Das Wetter spielt nun auch nicht mehr mit. Und so nehmen wir direkten Kurs zur Ringstraße. Die Fahrt über die Öxnadalsheiði, wieder mal bei Nebel und Regen, steht uns noch bevor.

Daheim wird dann eine isländische Fertigsuppe (Fleischsuppe) warm gemacht.

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