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Island

Nord und Süd
Juni / Juli 2017


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Urriðafoss - Þjórsá - Stokkseyri - Eyrarbakki - Þorlákshöfn - Strandarkirkja - Blaue Lagune





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Infos und Links

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Leider ist heute unser letzter Urlaubstag. Spät in der Nacht wird uns der Flieger wieder nach Deutschland bringen.

Wir können uns also Zeit dabei lassen, langsam an der Küste entlang zu tuckern.
Unser erster Halt ist nahe der Ringstraße am Urriðafoss. Von dort folgen wir dem Fluss Þjórsá bis zum Mündungsbereich. Weiter geht es dann an der Küste entlang bis Grindavik.

Urriðafoss

ist der wasserreichste Wasserfall des Landes. Kein Wunder, denn die gesamte Wassermenge des längsten und mächtigsten Flusses Islands "Þjórsá" fällt hier über die Kante eines Lavafeldes, bevor er nur wenige Kilometer weiter im Atlantik mündet. Kein Wunder auch, das hier ein Kraftwerk geplant war, das zum Glück bisher noch nicht realisiert wurde, dank des Widerstandes von Anwohnern.

Über nur 6 m Tiefe, aber über insgesamt 40 m Breite fallen die gesammelten Wassermassen, die der Fluss auf seinem langen Weg aufgenommen hat. In der Mitte stürzt das Wasser in eine Spalte und seitlich wirbelt es über Steine.
Wasserfall Urriðafoss
Die Þjórsá ist ein Lachsfluss und so treffen wir auch Angler an. Zwei von Ihnen schauen gerade nach einem geeigneten Platz.
Wasserfal l Urriðafoss
Urriðafoss
Auf dem Rückweg konnte ich schon zwei silberne dicke
Fische auf den Felsen zählen.
Insgesamt drei Angler, fünf Fische.

Geht das so schnell oder waren wir solange hier? Na ja, mein T. hatte den Ehrgeiz, jeden Strudel und jeden Felsen abzulichten.

Auf der Schotterstraße 305 folgen wir dem Þjórsá-Fluss bis fast zu seiner Mündung.
Þjórsá im Mündungsbereich
Bis zu den Sandbänken und dem Strand an der Mündung des Flusses wäre mein Mann gerne gekommen. Der Weg führt aber an einem Bauernhof vorbei und ein Stück weit hätten wir auch zu Fuß laufen müssen.

Ich mag nicht. Da können mich auch die weiteren Unterziehklamotten, die wir beim Wasserfall schon aus dem Koffer gezerrt haben, nicht motivieren. Der Wind bläst grausam. Also fahren wir weiter.

Landschaft

Ein gelungener Mix aus Sonne und Wolken lässt das flache Land richtig gut aussehen und begleitet uns ab jetzt den ganzen Tag.
Landschaft mit Höfen
Farmgehöft

Bei Stokkseyri

treffen wir auf eine interessante Küstenlinie.
Das Dorf wurde erbaut auf der großen Þjórsárhraun Lava.

Es handelt sich um einen der größten bekannten Lavaströme der Welt.
Der Lavafluss war 140 km lang und entstand vor ungefähr 8000 Jahren bei einer gewaltigen Eruption im Spaltensytem der Veiðivötn-Region.

Am Stokkseyrarfajara bekommen wir einen schönen Überblick über die Lavalandschaft, wo sich der Lavastrom in den Nordatlantik ergossen hat. Weit draußen sieht man gewaltige Wellen brechen an dem erkalteten Gestein.
Lavastrand
Lavastrand
Außer Stokkseyri wurden auch die Orte Eyrarbakki und Selfoss auf dem Lavafeld der Þjórsárhraun erbaut.

Nachbau einer Fischerhütte um 1800Im Ort selber haben wir uns nur die Thuridarbud (Þuríðarbúd) angeschaut, ein Replik ehemaliger Fischer- und Lagerräume, nachgebaut zum Gedenken an Thuridur Einarsdottir (1777-1863), der einzigen
weiblichen Bootsmeisterin und
Vorarbeiterin Islands seinerzeit.

Es gab Dutzende solcher Fischerhütten, die zu dieser Zeit entlang der Küste verstreut waren. An den Wänden befinden sich Betten für jeweils 2 Personen.
Ich finde die Hütte ziemlich klein und vergesse glatt weiter zu fotografieren beim Nachsinnen über diesen Text. Außerdem stören mich die Blumenkübel vorm Eingang.
Auszug aus Infotafel
Eyrarbakki

Auch Eyrarbakki wurde auf Lava gebaut. Ein malerischer Ort mit seinen alten restaurierten Häusern aus der Zeit von 1890-1920.

Einst war Eyrarbakki ein wichtiger Handelsposten, als Handelsschiffe noch ankerten und kein Dock benötigen. Mit dem Bau einer Brücke über den Fluss Ölfusá und einem Hafen für moderne Schiffe in Þorlákshöfn kam der Handel zum Erliegen. Auch der Versuch zu einem Fischerdorf zu werden scheiterte mangels Hafen. Dank renovierungswilliger Isländer ist das Städtchen heute von historischem Wert.
Foto
Einen schönen Blick erhalte ich vom Deich aus. Das heißt fast, denn weiter als auf diesen behindertengerechten Zugang zum Deich, an der Fischleiber zum Trocknen hängen, komme ich nicht. Der Wind hat noch einen Zahn zugelegt. Ich bin froh, das ich mich festhalten kann.



Blick vom Deich auf Eyrarbakki
Blick über den Starnd zum Ozean
Der Deich wurde Ende des
18. Jahrhunderts errichtet als Schutz gegen Sturmfluten.
Auf dem Deich

Ein gemütlicher Sparziergang auf dem Küstenpfad und dann durch den Ort wieder zurück. Das würde uns gefallen, wäre es nicht so stürmisch.

Eyrarbakki
Gut durchgepustet, begeben wir uns lieber direkt in das Restaurant im historischen "Rauða húsið", um zumindest am Endes des Urlaubs einmal richtig teuer essen zu gehen.
Nach einem vorzüglichen Mahl schauen wir uns noch die Eyrarbakkakirkja an. Geweiht wurde die Holzkirche 1890, das Altarbild gemalt von Königin Louise von Dänemark.
Kirche und Rauða húsið
Eine regelrechte Liebeserklärung an Eyrarbakki habe ich hier gefunden Wir werden sicherlich irgendwann einmal wiederkommen, um die anderen historische Häuser und Musen anzuschauen.

Im Musum Húsið (1765 erbaut) soll ein Kleidungsstück, gewebt aus Menschenhaar, zu sehen sein.
Es war seinerzeit neben den Grassoden-Hütten der ärmeren Bevölkerung das Handelszentrum und einzige Holzhaus. Darum nannte man das schwarze Gebäude hinter der Kirche einfach nur "Haus".

Star mit Leckerli
Wenn man was Leckeres gefunden hat, lässt man sich nicht stören, auch nicht von Menschen die gerade die Straße queren.
Der nächste Ort, den wir ansteuern ist
Þorlákshöfn.

Þorlákshöfn ist bei Touristen hauptsächlich bekannt wegen der Fährverbindung nach Heimaey zu den Inseln der Vestmannaeyjar. Bis 2010 war das die einzige Verbindung zu den Inseln. Im Winter ist Þorlákshöfn immer noch Anlaufhafen. Im Sommer fährt die Fähre in der Regel vom neuen Hafen in Landeyjahöfn, was eine wesentlich kürzere Seefahrt bedeutet.
Fischfang, Fischverarbeitung und Schiffsbau sind die wichtigsten Erwerbszweige.

Als relativ junger Ort wirkt Þorlákshöfn mit neuer Siedlung, Schwimmbad, Tankstelle und
Lebensmittelladen eher quadratisch, praktisch, gut.

Es ist der schöne Sandstrand, der uns bewegt anzuhalten und Innezuhalten.

Kleiner Fischereihafen


Fischereihafen
Strand
Strand
Mit unserer Geländekutsche können wir ein Stück fahren bis zu den Dünen. Da sind wir nicht die Einzigen. Außer Reittouren werden auch ATV Touren in Þorlákshöfn angeboten.
am Strand
An den Wellen erkennt man, wie windig es noch immer ist.
Am Wasser
In den Dünen
Fernblick mit Regenbrachvogel.
Regenbrachvogel
Unsere warmen Klamotten lassen wir gleich an, denn es nicht besonders weit von hier zur

Strandarkirkja

KircheEngilsvík (Engelsbucht) wird eine kleine Bucht unterhalb der Kirche genannt.
Der Legende nach wurde ein Kirchlein im 12. Jahrhundert erbaut, von Seeleuten die an der zerklüfteten Küste in einen Sturm gerieten. Verzweifelt beteten sie zu Gott und schworen, eine Kirche zu bauen, wenn sie heil an Land gelängen.
Daraufhin erschien ihnen ein Lichtengel, der sie durch die Riffe und rauhen Brandungen führte, so dass ihr Schiff in der Sandbucht auf festen Grund lief. Aus dem geladenen Holz bauten sie, wie gelobt, ein Gotteshaus.

Das Gebäude, das wir heute bewundern können, wurde 1888 errichtet und ab 1967 renoviert.
Von Beginn an wurden der Kirche wundertätige Kräfte nachgesagt. Durch Geschenke und Spenden von Gläubigen aus aller Welt galt sie als eine der reichsten Kirchen Islands.
Kirche
Skulptur Landsýn
Die Skulptur, 1950 erschaffen von Gunnfríður Jónsdóttir,
heißt

Landsýn (Land in Sicht).

Skulptur Landsýn
Kirche und Meer
Wir könnten jetzt noch auf dem Deich herumlaufen und vielleicht sogar in die
Sandbucht.
Der Blick über die Reykjanes-Halbinsel bis hin zum Kap wäre uns gewährt.

Aber ich Mimose habe genug von kalten steifen Brisen.


Auf dem Rückweg müssen wir noch einkehren. Die Namensähnlichkeit mit meinem T.-Bär nimmt uns in die Pflicht. Gegen den kalten Wind hilft heiße Schokolade und Pfannkuchen.
Cafe
Wir erreichen Grindavik. Springen hier aber nur noch schnell in den Supermarkt, um uns mit Isländischen Süßigkeiten einzudecken für daheim und als Mitbringsel.

Danach geht es weiter zur Blauen Lagune "Bláa Lónið".
Ein Touristen-Highlight das Thermalbad. Mittlerweile muss man vorreservieren und der Eintritt reißt ein schönes Loch in die Geldbörse. Von der Architektur her und den Wellness-Angeboten muss es aber ein kaum vergleichbares Erlebnis sein.

Nun, wir haben nicht reserviert.

Wir mögen aber um den See herumschlendern, dessen blauweiße milchige Farbe von Kieselalgen herrührt. Die blaue Lagune liegt mitten in einem Lavafeld. Dank angelegter Wege können wir auch außerhalb des Thermalbades die Schönheit der "Blauen Lagune" genießen.

Der Weg zum Thermalbad führt zwischen aufgetürmter Lava hindurch.

Weg zum Eingang des Thermalbades
Blaue Lagune
Bláa Lónið
Foto
Blick hinüber zum Kraftwerk
Von hier schauen wir auf das Geothermalkraftwerk, das eine Mischung aus Meer- und Süßwasser aus einer Tiefe von etwa 2000 Meter,
zur Oberfläche pumpt, wo es zur Stromerzeugung genutzt
wird. Anschließend fließt das vollkommen reine Wasser in das umliegende Lavafeld und sammelt sich zu einem See.
Das Lavafeld „Illahraun“ bildet einen einzigartigen Kontrast zu der Farbe des Sees mit seinen kristallinen Ablagerungen. Illahraun bedeutet soviel wie Lava des Schreckens. Das Gestein ist dermaßen zerklüftet, das es für menschliche Füße kaum passierbar war.
Lavafeld mit See
Mineralische Ablagerungen
Austernfischer
Auch der Austernfischer
erfreut sich an den
Mineralsalzen.
Foto

Ein letzter Blick noch, dann heißt es, das Auto auf dem großen Parkplatz wieder zu finden.
Zur Küste hin wird der Wind wieder heftiger. Es ziehen dunkle Wolken auf.
Geplant war unseren Urlaub ausklingen zu lassen am Ende der Reykjanes Halbinsel bei der Hvalsneskirkja und beim Leuchtturm Garður.

Doch die Luft ist raus. Ich spüre den Abschiedsblues in mir. Ich möchte sofort nach Hause gebeamt werden oder noch länger bleiben dürfen.
Auch mein T.-Bär möchte es jetzt hinter sich bringen. Toyota wienern, volltanken und abgeben.

Horror dann für mich am Flughafen. Selber schuld. Ich habe mich um 1 Stunde vertan. Dazu kommt noch 1 Stunde Verspätung des Abfluges. Also zwei Stunden länger abhängen. Chaos an den Abfertigungsschaltern. Unser Gepäck schafft es gerade noch auf die Ablage am Schalter, bevor das Förderband endgültig den Geist aufgibt. Es wird voller und voller. Ein Gewimmel von Menschenmassen. Die Geräuschkulisse wird unerträglich. Ich hänge am Ende in der Raucherecke ab, nicht einladend aber ruhig.

Der Kulturschock schlechthin nach vier Wochen in der stillen einsamen Natur.
Ich blöde Mimose. Wir hätten ans Kap fahren und uns Wind und Regen um die Ohren peitschen lassen sollen für diese zwei Stunden.

In Hamburg im Zug komme ich wieder runter.

Vier traumhafte Wochen liegen hinter uns,
mit wiederum vollkommen neuen Eindrücken.

Island for ever!
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