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9.Tag


Snæfellsnes


 

9.Tag
Snæfellsnes (Schneeberghalbinsel)


Mit einem  Mix aus Sonne und Wolken erscheint uns heute der Tag und verspricht, noch schöner zu werden. Es ist volles Programm angesagt. Wir wollen die Halbinsel Snæfellsnes umrunden.

360_borganes(1a).JPG (58028 Byte)Erst einmal müssen wir zur Ringstraße und dann nach Borgarnes am Borgarfjörður. Eine Brücke über den Fjord, Islands zweitgrößte, bringt uns in die Stadt. Wir kaufen noch eine Kleinigkeit ein und tanken den Landi voll.           

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Zunächst ist die Landschaft an der 54 flach, so weit das Auge reicht. Nun tauchten aber die ganz typischen Basalt-Abbrüche auf, aus flacher Landschaft ragen die Basaltberge 300 – 400 oder gar 600m senkrecht empor. Linkerhand ragt inmitten flacher Lavafelder der Eldborg empor, umgeben von Wiese; Krüppelbirken und Moosbrocken: ein kreisrunder Lavakegel, ein wunderbares Beispiel für einen Vulkankrater.

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Bei Gerduberg stehen senkrechte Basaltwände. Die massiven Basaltsäulen, aneinander gereiht wie Orgelpfeifen, haben einen Durchmesser von bis 1m und etwa 10m Höhe.

Basaltmauer Gerduberg vor dem Vulkan Raudhals. (Klick auf Fotos zum Vergrößern)362_unterwegs (6a).JPG (140821 Byte)

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Snæfellsjökull in Sichtweite

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Búðir, einst wichtiger Handelsplatz ist heute nur noch ein Flecken, bestehend aus einer Kirche und einem Hotel. Eine zauberhafte Gegend. T. bereut es wohl, dass er nicht auf den Eldborg geklettert ist, er sucht sich dafür hier einen große Lava-Blase, die er in Angriff nehmen kann. Derweil genieße ich beim Hotel die Sonnenstrahlen, schreibe Karten nach Hause und freue mich, das die stationierte Wolke am Snæfellsgipfel sich langsam verzieht.  Dazu gibt es Kaffee und Kuchen, eine kunstvolle Kreation, die wohl Berge, Meer und mit zwei Sahnehäubchen die beiden Gipfel des Snæfellsjökull darstellen soll. Und ich dachte schon, man hätte mein Englisch nicht verstanden, weil es so lange gedauert hat. Na ja, wenn ein Künstler am Werk ist. T. ist weit und breit noch nicht zu sehen, so dass ich noch einen gemütlichen Spaziergang unternehme. Fast zeitgleich treffen wir beide dann beim Hotel ein.

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368_raudfelsgja (2).jpg (142406 Byte)Rauðfeldsgjá

Aus einer Spalte im Berg kommt ein kleines Flüsschen, und wer mag kann über Stein und Fels durch das Bächlein in dieser Schlucht zwischen den steilen Felswänden herumkraxeln.

Seit
Búðir befinden wir uns schon auf der Straße 574.

 

 

Arnarstapi, im Hintergrund der zum Vulkansystem des Snæfellsjökull zählende Berg Stapafell (der verstopfte Berg). Der kleine Fischerort ist Touristenmagnet, nicht zuletzt wegen seiner spektakulären Steilküste mit Grotten, Höhlen und Felsentoren. Ein Wanderweg führt an der Steilküste entlang bis zum Nachbarort Hellnar. Die vielen Felssäulen, ehemalige Lavakanäle und Reste von Kratern dienen Küstenseeschwalben, Mantelmöwen, Dreizehenmöwen und Eissturmvögeln als Nistplätze. Jede freie Nische ist besetzt.

Dieses Mal ist es mein T-Bär, der sich eine Auszeit nimmt und sich ins Gras legt, während ich noch ein Stück weiter entlang der Steilküste laufe.

 

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Vogelbadeplatz 370_arnarstapi (35).jpg (212654 Byte)370_arnarstapi (42).jpg (220553 Byte)

 

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Statue von Ragnar Kjartansson, die die Sagenfigur Bárður Snæfellsás darstellt. Ich habe zwei Männer mit Hut  abgelichtet.

 

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Der Snæfellsjökull (Schneeberggletscher) ist wohl dank Jules Verne Islands berühmtester Vulkan, der für seinem Roman "Reise zum Mittelpunkt zur Erde" den Einstieg in die Unterwelt genau hier her gelegt hat. Auch der isländische Nationaldichter Halldór Laxness setzt dem Gletscher ein Denkmal mit seinem Werk "Am Gletscher".

Von Arnarstapi aus führt eine Piste hinauf fast bis zum Gipfel des Vulkans, der die vielen Krater und Lavafelder der Gegend durch seine Ausbrüche verursacht hat, wie etwa die Krater Saxhóll oder Hólahólar oder auch Lóndrangar, ein alter Ausbruchskanal, Teil eines Kraters, vermutlich  entstanden durch einen untermeerischen Ausbruch.

Und wieder steht eine Entscheidung an. Wenn wir die Piste in Angriff nehmen wollen, um den Pass über den Vulkan zu fahren, müssten wir auf einige andere Ziele verzichten. Da wir das aber nicht wollen, verwerfen wir dieses Vorhaben und umrunden stattdessen den mystischen Berg weiter auf der 574.

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Lóndrangar

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376_malariff (22).jpg (91440 Byte)Málarrif
weißer Leuchtturm, schwarzer Strand, und es ist gar nicht so einfach hinunter zu laufen auf den faustgroßen teils kreisrunden glatten Bims-Steinen.

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378_vatnshellir (3a).JPG (261555 Byte)Vatnshellir
Aus einem blauen Stahltrichter entsteigt eine Gruppe mit Overalls, Helmen und Stirn- lampen bekleidet. Besonders traurig bin ich nicht, das dies die letzte Führung für heute war. Nö, ich muss nicht unbedingt zum Mittelpunkt der Erde. Ich genieße es einfach zu sehr, heute mal die warmen Klamotten im Auto lassen zu können. Auf jeden Fall geht es sehr tief runter.  Die Lavaröhre soll 200 m begehbar sein.

 

Wir stiefeln lieber der Sonne entgegen und erklimmen einen Kraterrand, wo hier gerade mal mal einer ist, mit einer netten Fernsicht.

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Der nächste Krater Hólahólar lässt nicht lange auf sich warten. Ein paar Kilometer weiter erreichen wir schon den befahrbaren Vulkankegel. Ein Teil der Seitenwand ist ausgebrochen und so sieht auch der Landi mal das Innere eines Vulkankegels.

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Ebenso wie bei Búðir sollen auch hier Elfen wohnen.

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und Schafe     Hilfe ein Mensch mit Fotoapparat -  ganz, ganz schnell zur Mama

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Skarðsvik - Öndverðarnes

Auf einer 7 km langen hügeligen Schotterpiste (579)  schlängeln und holpern wir durch das Lavafeld Öndverðarnes an die Spitze der Halbinsel. Rumpelpiste im wahrsten Sinne des Wortes. Ich komme mir vor, wie ein Flummi und bitte T. etwas langsamer zu fahren, wenn's auch mühselig ist. Auch wenn man sich mutterseelenallein wähnt, muss man mit Gegenverkehr rechnen, dem man meist auf einem uneinsehbaren Hügel plötzlich gegenübersteht. Dann gilt es für einen von beiden, den Rückwärtsgang einzulegen bis zu einer Ausweichmöglichkeit.

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Bevor wir jedoch den gelben Leuchtturm erreichen, kommen wir an den wunderschönen, golden schimmernden, zweifarbigen Strand an der Bucht Skarðsvik vorbei.  Letzt man den Sand durch die Finger rieseln, bilden sich durch das unterschiedliche Gewicht der Sandkörner Ringe.

 

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382_oendverdarnes (15).jpg (173934 Byte)Rumklettern werden wir hier in den steilen Saxhólsbjarg-Klippen, in deren Felswänden Tausende von Seevögeln nisten, mit Sicherheit nicht;
bis hier her und keinen Schritt weiter.
Leider lassen sich auch keine Wale blicken, die hier gelegentlich zu sichten sein sollen..

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382_oendverdarnes (20).jpg (93920 Byte)Noch ein Blick auf den Snæfellsjökull und bei einem weiteren auf die Uhr, 19:30, schwant uns, die Halbinsel zu umrunden, können wir knicken. 

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Hellissandur und Rif sind damit gestrichen, es geht gleicht weiter bis Ólafsvik. Nach einem Spaziergang am Hafen, kommt auch unser Magen zu seinem Recht. Das Restaurant bleibt uns in Erinnerung wegen seiner Spielecke und der vielen Kinder und darum beliebt bei Familien. Den abschließenden Kaffee lassen wir uns dann draußen servieren, aber auch wegen der Zigarette, die für uns einfach dazu gehört.

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384_olafsvik (18).jpg (66297 Byte)Gleich nach Ólafsvik  beginnt die nördliche Passstraße zum Snæfellsjökull, die wir eigentlich bis zur Passhöhe fahren wollten. T. liebäugelt  damit, hinüber nach Arnarstapi zu fahren und von dort aus die Rückfahrt anzutreten. Wir wissen aber nicht, wie die Schneeverhältnisse sind. Mög- licherweise wären wir gezwungen, umzukehren. Ich hingegen bin versucht darauf zu spekulieren, um diesen Teil der Planung mitnehmen zu können.  Wir entschließen uns dann aber, weiterzufahren bis Berserkjahraun, um dort hinüber auf die südliche Seite der Halbinsel zu gelangen. Die Insel komplett zu umfahren ist                                                                                        wirklich nicht mehr machbar.

 

Unterwegs muss immer mit kreuzenden Seevögeln gerechnet werden, die rechts der Straße in den Felsen ihre Nester haben oder einen Teich als Bade- und Versammlungsplatz aufsuchen. Im Fall des Anfliegens der Vogelplanschbecken fliegen sie besonders tief.

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Kirkjufell unser nächster Halt.
Der Kirkjufell bekam seine heutige Form während der zweiten Hälfte der Eiszeit durch Gletschererosion.

387_kirkjufell (7).jpg (170065 Byte)Bemerkenswert hier ist die Entstehung des Kirkjufell. Der untere Teil besteht aus Sedimentgestein, das auch Fossilien enthält, entstanden vor mehr als einer Millionen Jahre, während der letzten Kälteperiode der Eiszeit. Der obere Teil entstand während der letzten Millionen Jahre und besteht sowohl aus Lavaschichten, die in Wärmeperioden entstanden, als auch aus Tuff, der in Kälteperioden durch Vulkan- ausbrüche unter dem Eis- zeitgletscher entstand.

 

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Wir kürzen ab auf einer Stichstraße um auf die 56 zu kommen, die uns durch die Berge wieder auf südliche Seite der Halbinsel bringen soll.

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Zwischen Grundarfjördur und Stykkishólmur hat sich Lava bis ins Meer ergossen. Es entstanden zwei Seen bei dem Ausbruch, als die Laven Bäche aufstauten.

Berserkjahraun, ein wild zerklüftetes sagenumwobenes Lavafeld.
In den Sagas waren Berserker wilde Typen, die sich in Tierfälle hüllten, um der Tiere Kräfte anzunehmen. Ein Hofbesitzer ließ sich, so erzählt eine Saga aus dem 13. Jahrhundert, von zwei dieser wilden Kerle einen Pfad durch das Lavagestein zu dem Hof seines Bruders schlagen. Statt sie zu entlohnen, tötete er sie und begrub sie am Rand des Pfades. Tatsächlich gibt noch einen erkennbaren Weg, der aus dem Mittelalter stammt und durch das Lavafeld nach Bjarnarhöfn führt und auch das Grab zweier Männer. Archäologen gruben dort auch Gebeine aus.

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Nein, nach Bjarnarhöfn fahren wir nicht. Der Landi und unsere Gesäße haben jetzt Schonzeit. 390_berserkjahraun (21).jpg (170561 Byte)390_berserkjahraun (23).jpg (187065 Byte)

 

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Die Passhöhe ist erreicht. Wunderbares Licht taucht nun die Landschaft in unglaubliche Farben.

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Wir beenden unsere Ausflug, wie wir ihn begonnen haben, mit Blick auf 
Borgarnes. Von der Ringstraße führt ein Fahrweg direkt zum Strand.

Genau der richtige Abschluss nach einem perfekten Tag.

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